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11/02/2009
Stadt Hünfeld/Hessen
Nach doppischem Softwarewechsel auf dem Weg zum Doppelhaushalt

Ob die Tatsache, dass der Vater des Computers, Erfinder und universelle Denker Konrad Zuse nahezu 40 Jahre in Hünfeld lebte, Einfluss auf die Innovationsfreude und Zukunftsorientierung der osthessischen Stadt hatte, ist nicht belegt. Bewiesen ist aber, dass sich die Verwaltung schon sehr früh zum Schritt in die Doppik entschieden hat. Mit neun weiteren Kommunen vollzog das Mittelzentrum im Landkreis Fulda bereits 2006 im Rahmen des Geleitzuges II den Umstieg auf das Neue Kommunale Rechnungs- und Steuerungssystem (NKRS). Denn nach Ansicht der Verantwortlichen war es mit Blick auf die Zukunft unerlässlich, schnellstmöglich eine vollständige Informations- und Entscheidungsgrundlage für die Steuerung kommunalpolitischer Entscheidungen zu gewinnen. Die dafür notwendige umfassende Bestandsaufnahme und Analyse der Vermögenssituation sowie eine vollständige Darstellung des Ressourcenverbrauchs mit flächendeckender Abbildung von Abschreibungen und der Auflösung zugehöriger Sonderposten konnte die Kameralistik mit ihren Leistungsmerkmalen nicht erfüllen.

Nicht erfüllt sah die Stadt allerdings nach zwei Jahren Doppik ihre Erwartungen sowohl an die eingesetzte Software als auch an das Projektmanagement des Softwarepartners – und entschloss sich zu einem nochmaligen Wechsel, diesmal auf die integrierte Komplettlösung newsystem® kommunal. Das INFOMA®-Verfahren war bereits im Auswahlprozess zur Vorbereitung des Softwareeinsatzes 2006 einer der beiden Favoriten gewesen. Den Ausschlag für die neuerliche Entscheidung gaben nun vor allem die Erfahrungen anderer am Geleitzug beteiligten Städte.

Für beide Partner begann damit ein Projekt mit einem im Vorfeld abgestimmten sehr detaillierten Zeit- und Maßnahmenplan. So blieb den Beteiligten vom Tag der Entscheidung im September 2008 bis zum vorgesehenen Echtbetrieb am 01.01.2009 nicht nur eine relativ kurze Zeitspanne für die Umsetzung. Vielmehr bestand die Herausforderung für INFOMA® darin, den ersten Doppik-zu-Umstieg mit Konvertierung vorliegender Daten sicherzustellen. Eine Aufgabe, deren erfolgreicher Vollzug mit dem Starttermin vermeldet werden konnte. Die Datenübernahme aus dem Vorverfahren verlief reibungslos, so dass die gesetzten Meilensteine "Aufnahme des Buchungsbetriebs" und "Termingerechte Versendung der Abgabenbescheide" plangemäß erreicht wurden.

Im Einsatz ist nun das NKR/NKFsystem inklusive der Module Variable Buchungsschnittstelle, Steuern, Abgaben, Gebühren und Beiträge, Kosten-/Leistungsrechnung und Anlagenbuchhaltung. In dem Wissen, dass noch viel Arbeit im Hinblick auf die Implementierung eines umfassenden Steuerungssystems vor ihnen liegt, zeigen sich die Verantwortlichen aber mit dem Status quo zufrieden – und stellen sich gerade der nächsten Herausforderung. Entsprechend den Erwartungen der politischen Mandatsträger will die Verwaltung erstmals mit der INFOMA®-Software den bevorstehenden Doppelhaushalt 2010/2011 erstellen. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Eine der wesentlichen, noch zu realisierenden Aufgaben dabei ist die Abbildung der äußerst differenzierten Produktstruktur der Stadt Hünfeld in einer beratungsfähigen, komprimierten Form.

Aber auch die Erstellung des Gesamtabschlusses, der die Kernverwaltung mit den ausgegliederten Unternehmen und Einrichtungen sowie den Beteiligungen an anderen privaten Unternehmen zusammenfasst, wirft bereits ihre Schatten voraus. Nach den Vorgaben der Gemeindehaushaltsverordnung-Doppik in Hessen ist der Gesamtabschluss erstmals zum 31.12.2011 vorzulegen. Gegenwärtig erarbeitet das Land unter Beteiligung der kommunalen Spitzenverbände die hierzu erforderlichen Ausführungsbestimmungen. Sobald diese vorliegen, wird Hünfeld die einzelnen Schritte zur Umsetzung konkretisieren. Zwar noch nicht abgeschlossen, konnte die Stadt jedoch bereits mit hoher Wahrscheinlichkeit feststellen, welche Unternehmen, Stiftungen, Zweckverbände und Institutionen der kommunalen Gemeinschaftsarbeit in den kommunalen Gesamtabschluss zu integrieren sind.

Nach fast vier Jahren doppischer Buchungssystematik ziehen die Hünfelder trotz der erschwerten Bedingungen aufgrund des erforderlichen nochmaligen Systemwechsels ein positives Fazit. Sie sehen sich auch im Hinblick auf die Anforderungen der nächsten Zeit, wie Doppelhaushalt und Gesamtabschluss, auf einem guten Weg.

Auf einen Blick
  • Stadt Hünfeld
  • Einwohner: 16.000
  • Wirtschaftsstruktur: Geprägt durch die größte Produktionsstätte eines Weltunternehmens für Haarkosmetik sowie Betriebe der Maschinenbau-, Metall-, Textil- und Nahrungsmittelindustrie. Sitz des zentralen Mahngerichts in Hessen und der Außenstelle der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung
  • Doppischer Umstieg: 01.01.2006
  • Wechsel auf newsystem® kommunal: 01.01.2009
  • Module: NKR/NKFsystem inklusive Variable Buchungsschnittstelle, Steuern, Abgaben, Gebühren und Beiträge, Kosten-/Leistungsrechnung und Anlagenbuchhaltung


 

 

   
Für nähere Informationen zum Artikel wenden Sie sich bitte via E-Mail an Holger Schmelzeisen (hschmelzeisen@infoma.de) oder telephonisch mit +49 6431 5989 010





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